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<  Kriegsjahre in Großbeeren - Erinnerung und Mahnung  ~  Sich der eigenen Geschichte stellen
Fred Bruder, Berlin
BeitragVerfasst am: 22.09.2005 12:20  Antworten mit Zitat
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Als Köpenicker, der sich mit der Regionalgeschichte des Altkreises Teltow befasst, gehörte ich zu den Besuchern der Eröffnung der Ausstellung über Kriegsjahre 1939-1945 in Großbeeren und war angetan von dem Dargebotenen. Sicher kann auch nicht das Bemühen der Bediensteteten der Gemeinde bestritten werden, ihren Ort öffentlich darzustellen, wie die offizielle Internet-Seite zeigt. Bedauerlich ist aber zweifelllos, wenn schwierige Themen in der Zeittafel aus unerfindlichen Gründen ausgespart werden. Dazu gehört nunmal der Brand des Gemeindehauses in der Nacht zum 23. Februar 1933, bei dem nach heutiger Kenntnis 31 Großbeerener Bewohner der Berliner Straße 73 ihr Obdach nebst der wenigen habe verloren. Das Medienecho damals war enorm. Erfreulich, dass in der Ausstellung das Schicksal des (seinerzeit nicht als Mitglieder der SPD und des Reichsbanners erwiesenen) Ehepaars Helene und Karl Schlombach thematisiert hat. Unverständlich ist meiner Meinung nach hingegen auch, dass zur Eröffnung der Ausstellung durch Frau Constanze Krause kein offizieller Vertreter der Gemeinde den Weg gefunden hatte. Zumal solch sensible Themen wie das der Schlombachs bis hin zum Gestapo-Lager Großbeeren angesprochen wurden - und das 60 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Wie will man da Schülern von heute Interesse an Geschichte vermitteln, Lernende zum Besuch der Ausstellung anregen, wenn die Gemeindeoffiziellen sich wie gezeigt verhalten? Von mir liegen inzwischen weitere Aufsatzmanuskripte zur "Großbeerener Schreckensnacht" 1933 bei der MAZ-Redaktion in Zossen, von denen ich hoffe, dass sie bald veröffentlicht werden und damit das Wissen erweitern helfen. Für das gemeinsame Anliegen sehe ich auch die Kollegen vom Bürgertisch für lebendige Demokratie in Großbeeren e. V., durch deren freundliche Einladung ich von der Ausstellung erfuhr, als wichtige Verbündete an - gerade wegen der Arbeit für diese Exposition. Nur wer sich mit der Vergangenheit auch seines Ortes beschäftigt und sie kennt, wird die Jetztzeit meistern und die Zukunft gestalten können. Dazu gehört auch, so meine dringende Bitte, sich von dem heute oft praktizierten, vor allem auf Tourismusfreundlichkeit abzielenden Umgang mit örtlicher Geschichte zu lösen und auch öffentlich sich ihrem Für und Wider zu allen Zeiten zu stellen. Dafür war die Ausstellung ein Beitrag, bedarf aber auch der inhaltlichen Aufnahme in das Offizielle Internet-Angebot der Gemeinde, in gebotener Kürze selbstverständlich. Herzlichst Fred Bruder.
per email erreichbar über thm1976@hotmail.de
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Verwaltung
BeitragVerfasst am: 26.09.2005 06:35  Antworten mit Zitat
Gast





Sehr geehrter Herr Bruder,

Ihren sicher zu Recht kritischen Hinweis hat die Verwaltung zum Anlass genommen, die Chronik der Gemeinde überarbeiten zu lassen; unsere Ortschronistin wird sich der Sache zeitnah annehmen.

Mit freundlichen Grüßen,
S. van der Mond
Gemeindeverwaltung Großbeeren
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Fred Bruder, Berlin
BeitragVerfasst am: 26.09.2005 09:33  Antworten mit Zitat
Gast





Sehr geehrte Damen und Herren,

ihre konstruktive Antwort auf meinen freundlich-kritisch gemeinten Hinweis kann ich als Regionalforscher nur begrüßen. Ich bin erwartungsvoll hinsichtlich der Überarbeitung. Da Großbeeren bis heute zumeist mit den Kämpfen von 1813 in Verbindung gebracht wird, die Großbeerener Schreckensnacht vom 22. zum 23. Februar 1933 aber auch überregional für Zeitungsmeldungen, u. a. bis nach Thüringen, sorgte, sei mir folgender Hinweis gestattet: Auf der Titelseite des SPD-Zentralorgans "Vorwärts" wurde am 24. Februar, abends, ein Foto der ausgebrannten Ruine (aus dem Haus Berliner Straße 73 wurden 9 Familien durch das Feuer vertrieben) veröffentlicht zur Illustration des damaligen Terrorakts, denn ein solcher war der Brandanschlag zweifellos. In der Unterschrift dazu heißt es sinngemäß: Man präge sich dieses Bild ein und vergesse es nie. Denn es ist zugleich ein Ausdruck der herrschenden Kultur der Zeit. Dem ist wohl nicht viel hinzuzufügen. Herzlichst Fred Bruder.
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Verwaltung
BeitragVerfasst am: 26.09.2005 11:39  Antworten mit Zitat
Gast





Sehr geehrter Herr Bruder,

vielen Dank für Ihren Hinweis. Die Daten, Fakten und das Foto sind mir bekannt.
Ich habe Ihren Hinweis auch gleich zum Anlass genommen, um noch einige weitere wichtige Ereignisse aus der Zeit von 1933-45 mit in die insgesamt (aus Platzgründen) sehr gekürzte Zeittafel aufzunehem. So kommt die Wertigkeit dieses Zeitabschnittes noch besser zur Geltung.

Mit freundlichen Grüßen
R. Clausnitzer
Ortschronistin
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